Samstag, 13. Juli 2013

Teri Terry - "Gelöscht"


























Kyla ist ein Slater. Ihr Gedächtnis wurde vollständig gelöscht, um sie in die Gesellschaft wieder neu eingliedern zu können. Warum es gelöscht werden musste weiß sie nicht, doch von nun an kontrolliert ein technisches Gerät an ihrem Handgelenk, genannt Levo, ob ihre Gefühle mit ihr durchgehen, und schaltet sie im schlimmsten Fall einfach aus. Doch immer wieder blitzen Gedanken und Träume in ihrem Geist auf, die sie eigentlich nicht haben dürfte. Wurden ihre Erinnerungen vielleicht doch nicht vollständig gelöscht? Und ist das nicht gefährlich für sie?







"Gelöscht" ist eines dieser Bücher, das mich für die Rezension ratlos zurücklässt, denn kurz gesagt habe ich einfach keine wirkliche Meinung dazu. Es war nicht schlecht und die Grundidee hat viel Potenzial, aber irgendwie hat die Autorin es nicht geschafft dieses auch auszunutzen und was bleibt, ist eine leere Ideenhülle, die mich weder gelangweilt, noch mitgerissen hat.

Anfangs dachte ich noch, dass ich mich gut in Kyla hineinversetzen kann und die Welt mit ihr zusammen neu entdecken werde. Doch ihre Neuentdeckungen beschränken sich auf einige wenige Dinge und alle Steine, die ihrem Dasein als Slater eigentlich im Weg liegen müssten, sind für sie wundersamerweise alle aus dem Weg, da sie ja, wie kann es anders sein, etwas "Besonderes" ist. Nun gut, dieser Aufhänger ist üblich in Jugendromanen und es wäre in diesem Fall wohl auch schwer, eine spannende Geschichte um jemanden zu konstruieren, wenn sich dieser an gar nichts erinnert. Aber erst ganz am Ende kommt Kyla halbwegs auf den Dreh, was mit ihr nicht stimmt und der Leser, der bis dahin mitgerätselt hat, denkt sich dann zum einen teil "Ja, konnte ich mir auch schon denken" und zum anderen "Hääää?". Denn wirklich schlüssig erklärt wird am Ende nichts.

Die gesamte Handlung spielt mehr oder weniger im luftleeren Raum. Kyla scheint ständig nur durch die Gegend zu rennen, zusammen mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich natürlich verliebt. Das Rennen beeinflusst ihren Levo positiv, aber muss man deshalb nun jede zweite Szene beim Rennen spielen lassen? Können die Charaktere nicht auch einmal etwas anderes machen? Und auch wenn die Personen miteinander reden, bleiben die Szenen seltsam blass. Selten wird einmal etwas nebenbei gemacht. Wenn geredet wird, dann geschieht halt wirklich nur genau das und wo das Ganze gerade stattfindet spielt eigentlich überhaupt keine Rolle. Entsprechend wenig bleiben die einzelnen Szenen im Gedächtnis.

Wie sich die einzelnen Szenen abspielen, so sind leider auch die Charaktere aufgebaut. Sie waren für mich alle austauschbar, ließen mich nicht mitleiden und ihr Handeln konnte ich nie vorhersehen und manchmal nichtmal nachvollziehen. So macht Kylas Freund Ben einen so rasanten Wandel in seinem Denken durch, dass ich einfach nicht mehr wusste, was das ganze nun soll.

Wenn ich das Buch mit nur einem Wort beschreiben sollte, dann wäre es wohl "blass". Es ist einigermaßen interessant, aber es zeichnet sich einfach kein scharfes Bild vor meinem inneren Auge und nichts hinterlässt irgendeinen Eindruck. Wenn ich ihn sofort zur Hand hätte, würde ich den zweiten Teil wohl direkt lesen, um vielleicht ein paar Antworten zu bekommen. Bis er irgendwann nächstes Jahr erscheint, wird dieser erste Teil mitsamt seiner Handlung wohl vollkommen in Vergessenheit geraten sein, weswegen mich der nächste Band dann wohl nicht sonderlich locken wird. Also alles in allem ein typischen kann man lesen, muss man aber nicht Buch.


Verlag: Coppenrath
Seiten: 431
ISBN: 978-3649611837
Preis: 17,95 € (Hardcover)
Erscheinungsdatum: Juni 2013





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