Samstag, 3. Mai 2014

Gavin Extence - "Das unerhörte Leben des Alex Woods"























Alex Woods war einmal ein ganz gewöhnlicher Junge, doch im Alter von 10 Jahren veränderte nichts geringeres als ein Meteorit, der erst das Dach seines Hauses und anschließend seine Schädeldecke durchschlug, sein ganzes Leben. Nein, dieser Meteorit verlieh ihm keine Superkräfte, vielmehr machte er ihn zum Außenseiter, der damit klar kommen muss, von nun an anders zu sein und immer wieder aufzufallen. Er machte ihn aber auch zu einem Jungen, der ganz spezielle Interessen entwickelte und ganz besondere Freundschaften schloss, die eines Tages eine Entwicklung nehmen sollen, die keiner hätte vorhersehen können - eben weil das Universum keinen Plan hat.






Manchmal ist es schwer, im Leben immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, und als ob das noch nicht reichen würde, funkt einem dann auch noch der Zufall dazwischen und plötzlich muss man sich vollkommen neuen Tatsachen und ihren Folgen stellen. Für Alex war es ein Meteorit, der seinen Kopf traf. So unwahrscheinlich solch ein Fall auch erscheint, unmöglich ist er nicht. Und obwohl Alex Glück hatte und keine deutlichen Schäden zurück behielt, brachte ihm die Schädigung seines Kopfes zumindest eine komplizierte Form der Epilepsie ein und machte ihn damit zum Außenseiter. Aber Alex lässt sich nicht unterkriegen und entwickelt sich zu einem intelligenten und weitreichend interessiertem Jungen, dem man im Laufe des Buches gerne in seinen Gedankengängen folgt.

Anfangs wusste ich noch noch nicht genau, worauf der Autor nun eigentlich hinaus will, da er doch ziemlich weit und detailreich ausholt, um die Geschichte in Gang zu bringen. Was mich aber gleich fesselte waren der Schreibstil und die Erzählweise, die gleichzeitig intelligent und doch auch immer wieder eher untergründig humorvoll waren - eine herrlich trockene Art von Humor, die ich in Büchern einfach immer liebe. Je weiter das Buch voran schritt, desto ernster wurde die Handlung aber. 

Durch einen Zufall lernt Alex im Laufe der Geschichte den griesgrämigen Mr. Peterson kennen und die beiden raufen sich irgendwie zusammen, da beide merken, dass der jeweilige andere wohl gar nicht so übel ist. Zwischen Alex und dem alten Mann entwickelt sich eine Freundschaft, die schon bald so manche Höhen und Tiefen überstehen muss und wenn man nur die ersten Seiten gelesen hat, weiß man bereits, dass diese Freundschaft wohl ein jähes Ende finden wird, dass man in seiner Gesamtheit so aber sicher nicht vorhersieht. Fest steht, dass dieses Buch ein durchaus ernstes Thema behandelt, es aber gleichzeitig in eine Geschichte verpackt, die davon ablenkt, sodass man erst gegen Ende begreift, um was es eigentlich geht und über was man ruhig einmal etwas genauer nachdenken darf. Viele Bücher sind meiner Meinung nach viel zu direkt und vorhersehbar - hier war glücklicherweise genau das Gegenteil der Fall.


Verlag: Limes
Seiten: 480
ISBN: 978-3809026334
Preis: 19,99 € (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 3. März 2014

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