Sonntag, 27. Mai 2012
Neues im Regal
Und noch immer halte ich mich tapfer und mein Buhzuwachs hält sich in Grenzen, daher habe ich heute nur zwei neue Bücher zu zeigen, von denen ich eines schon fast durchgelesen habe. Zu "Zorn - Tod und Regen" gibt es die Rezension wahrscheinlich morgen. Die beiden Bücher sind:
"Zorn - Tod und Regen" von Stephan Ludwig
Der packende Auftakt zur neuen Reihe mit Kommissar Claudius Zorn!
Zwei Morde in einer Stadt, die seit Jahren nur natürliche Todesfälle kannte. Blutig, brutal, unerklärlich: Warum gibt ein Killer seinem Opfer Schmerzmittel, bevor er es quält? Hauptkommissar Claudius Zorn soll die Ermittlungen leiten: Er hat Kopfschmerzen, er hat keine Lust, er hat keine heiße Spur. Als er dann noch merkt, dass ihn bei den Ermittlungen irgendjemand austricksen will, bekommt Zorn richtig schlechte Laune. Und der Mörder hat noch nicht genug
"Wir beide, irgendwann" von Jay Asher / Carolyn Mackler
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ...
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Neue Bücher
Montag, 14. Mai 2012
Sam Hawken - "Die toten Frauen von Juárez"
"Die toten Frauen von Juárez"
von Sam Hawken
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 317
ISBN: 3608502122
Preis: 19,95 € (Harcover)
Erscheinungsdatum: 15. März 2012
In einem Satz:
Das Leben und Schicksal eines heruntergekommenen Boxers kombiniert mit einer Krimihandlung - mal was anderes, aber leider nicht ganz mein Fall.
Inhalt:
Juárez ist eine gefährliche Stadt. An der mexikanischen Grenze zu den USA regieren Drogen, Gewalt und illegales Glücksspiel. Der Boxer Kelly kennt alle drei Seiten und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Boxkämpfen, die diesen Namen kaum verdienen, denn als einziger Weißer unter lauter Mexikanern ist er eigentlich nur im Ring, um sich ohne Gegenwehr zusammenschlagen zu lassen. Aber auch den Drogen ist er nicht abgeneigt und verkauft und konsumiert sie, um sich irgendwie über Wasser zu halten.
Doch da gibt es noch eine andere dunkle Seite on Juárez: seit Jahren verschwinden Frauen spurlos. Nur selten werden sie gefunden und wenn, dann nicht lebend. Als Kelly aus einem tagelangen Drogenrausch erwacht, muss er feststellen, dass es nun auch seine Freundin Paloma getroffen hat und eine schreckliche Jagd beginnt ...
Meine Meinung:
"Die toten Frauen von Juárez" hat mich vor allem durch sein Cover gelockt. Dass die Geschichte in Mexiko spielt, ist darauf unverkennbar. Aber auch der Inhalt klang absolut vielversprechend, also ran ans Buch und los geht's. Der Leser wird zu Beginn erst einmal mit Kellys Lebensgeschichte konfrontiert, allerdings nicht in einem großen Brocken, sondern vielmehr in lauter kleinen Häppchen, die geschickt in das aktuelle Geschehen eingeflochten wurden. An einzelnen Stellen kam es aber auch vor, dass die Zeitsprünge zu plötzlich und zu unstrukturiert kamen, dass ich bis zum Ende eines Kapitels immer noch nicht sicher war, wo ich gerade bin.
Fast die gesamte erste Hälfte des Romans wird Kellys Leben beschrieben, wie er nach Mexiko kam, was es mit den Drogen auf sich hat, wie er als Boxer trainiert, seine Beziehung zu Paloma und zu anderen Personen, die im späteren Verlauf durchaus noch eine Rolle spielen. Es geht hier sehr viel ums Boxen, den Vorbereitungen dazu und auch den Schmerzen danach. Das alles ist vorerst durchaus interessant und auch sehr gut beschrieben, aber irgendwann verliert sich der Autor viel zu sehr in Details und Wiederholungen, als dass wirkliche Spannung aufkommen würde. Während ich Kelly sehr gut vor Augen hatte und auch sein Handeln mal mehr und mal weniger gut nachvollziehen konnte, blieben die anderen Figuren für mich recht blass. Bis zum Ende hatte ich manche Figuren noch immer nicht richtig vor Augen und musste mich immer wieder fragen, was dieser oder jener denn nun für eine Rolle spielte.
Einen großen Einfluss auf das Verständnis der Geschichte hatte für mich auch die massive Verwendung von spanischen Begriffen oder ganzen Sätzen, die nicht übersetzt wurden. Manchmal konnte man sich aus der Reaktion des Gegenübers erschließen, was wohl ungefähr gesagt wurde, aber manchmal ging selbst das nicht. An manchen Stellen habe ich regelrecht rumgerätselt und das störte den Lesegenuss und auch das Verständnis für mich ungemein. Etwas weniger wäre da wohl mehr gewesen.
Insgesamt habe ich für das Buch unheimlich lange gebraucht, da es mich einfach nicht fesseln und mitreißen konnte und ich irgendwann regelrecht den Überblick verlor. Das heißt aber nicht, dass das Buch schlecht ist. Es traf halt einfach nicht meinen Geschmack. Wer sich für das Leben eines Boxers interessiert und auch einem Krimi nicht abgeneigt ist, wird hieran aber sicher seine Freude haben.
von Sam Hawken
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 317
ISBN: 3608502122
Preis: 19,95 € (Harcover)
Erscheinungsdatum: 15. März 2012
In einem Satz:
Das Leben und Schicksal eines heruntergekommenen Boxers kombiniert mit einer Krimihandlung - mal was anderes, aber leider nicht ganz mein Fall.
Inhalt:
Juárez ist eine gefährliche Stadt. An der mexikanischen Grenze zu den USA regieren Drogen, Gewalt und illegales Glücksspiel. Der Boxer Kelly kennt alle drei Seiten und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Boxkämpfen, die diesen Namen kaum verdienen, denn als einziger Weißer unter lauter Mexikanern ist er eigentlich nur im Ring, um sich ohne Gegenwehr zusammenschlagen zu lassen. Aber auch den Drogen ist er nicht abgeneigt und verkauft und konsumiert sie, um sich irgendwie über Wasser zu halten.
Doch da gibt es noch eine andere dunkle Seite on Juárez: seit Jahren verschwinden Frauen spurlos. Nur selten werden sie gefunden und wenn, dann nicht lebend. Als Kelly aus einem tagelangen Drogenrausch erwacht, muss er feststellen, dass es nun auch seine Freundin Paloma getroffen hat und eine schreckliche Jagd beginnt ...
Meine Meinung:
"Die toten Frauen von Juárez" hat mich vor allem durch sein Cover gelockt. Dass die Geschichte in Mexiko spielt, ist darauf unverkennbar. Aber auch der Inhalt klang absolut vielversprechend, also ran ans Buch und los geht's. Der Leser wird zu Beginn erst einmal mit Kellys Lebensgeschichte konfrontiert, allerdings nicht in einem großen Brocken, sondern vielmehr in lauter kleinen Häppchen, die geschickt in das aktuelle Geschehen eingeflochten wurden. An einzelnen Stellen kam es aber auch vor, dass die Zeitsprünge zu plötzlich und zu unstrukturiert kamen, dass ich bis zum Ende eines Kapitels immer noch nicht sicher war, wo ich gerade bin.
Fast die gesamte erste Hälfte des Romans wird Kellys Leben beschrieben, wie er nach Mexiko kam, was es mit den Drogen auf sich hat, wie er als Boxer trainiert, seine Beziehung zu Paloma und zu anderen Personen, die im späteren Verlauf durchaus noch eine Rolle spielen. Es geht hier sehr viel ums Boxen, den Vorbereitungen dazu und auch den Schmerzen danach. Das alles ist vorerst durchaus interessant und auch sehr gut beschrieben, aber irgendwann verliert sich der Autor viel zu sehr in Details und Wiederholungen, als dass wirkliche Spannung aufkommen würde. Während ich Kelly sehr gut vor Augen hatte und auch sein Handeln mal mehr und mal weniger gut nachvollziehen konnte, blieben die anderen Figuren für mich recht blass. Bis zum Ende hatte ich manche Figuren noch immer nicht richtig vor Augen und musste mich immer wieder fragen, was dieser oder jener denn nun für eine Rolle spielte.
Einen großen Einfluss auf das Verständnis der Geschichte hatte für mich auch die massive Verwendung von spanischen Begriffen oder ganzen Sätzen, die nicht übersetzt wurden. Manchmal konnte man sich aus der Reaktion des Gegenübers erschließen, was wohl ungefähr gesagt wurde, aber manchmal ging selbst das nicht. An manchen Stellen habe ich regelrecht rumgerätselt und das störte den Lesegenuss und auch das Verständnis für mich ungemein. Etwas weniger wäre da wohl mehr gewesen.
Insgesamt habe ich für das Buch unheimlich lange gebraucht, da es mich einfach nicht fesseln und mitreißen konnte und ich irgendwann regelrecht den Überblick verlor. Das heißt aber nicht, dass das Buch schlecht ist. Es traf halt einfach nicht meinen Geschmack. Wer sich für das Leben eines Boxers interessiert und auch einem Krimi nicht abgeneigt ist, wird hieran aber sicher seine Freude haben.
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Rezension
Samstag, 12. Mai 2012
Ich war da: Buchpräsentation "Sternhagelglücklich"
Seid ihr glücklich? Ich meine so richtig glücklich ... Sternhagelglücklich? Eher nicht? Na dann wird es wohl Zeit, das neue Buch von Christoph Koch zu lesen, denn er hat den Selbstversuch gestartet, so richtig glücklich zu werden und niedergeschrieben, was er dabei so erlebt hat.
Vorgestern Abend hatte ich dank einer Einladung des Blanvalet-Verlages das Vergnügen, Christoph Koch bei der Präsentation seines Buches in Berlin live zu Erleben. Der Autor von "Ich bin dann mal offline" las verschiedene Episoden seines neuen Selbstversuchs, Sternhagelglücklich zu werde, vor. Beginnend in Indien, wo er an einem Lachyoga-Kurs teilnahm, nahm er uns Zuhörer mit auf eine Reise an die verschiedensten Orte und zeigte auf, wo man das Glück überall suchen und eventuell auch finden kann. Nicht immer ist ihm das selbst gelungen und er suchte sein Glück dann auch schonmal in der Dönerbude nebenan, statt einem spirituellen Seminar zum Thema Glück weiter zu folgen - ich glaube ich hätte in diesem Fall das Glück auch eher im Döner gefunden ...
Wie er selbst erst am Ende der Lesung feststellte, hatte er die eher negativen Erfahrungen rausgepickt, aber allein schon die erwähnte Tatsache, dass man das Glück auch im Hopsen finden kann, macht mich doch sehr neugierig auf das Buch. Es wandert auf jeden Fall auf meine lange Wunschliste und wird dann demnächst irgendwann besorgt und gelesen. Und auch wenn ich bisher nur die paar vorgetragenen Ausschnitte kenne, kann ich sagen, dass es sehr amüsant, informativ und auf jeden Fall lesenswert ist. Also lest es und findet euer eigenes Glück! :)
Titel: Sternhagelglücklich
Autor: Christoph Koch
Verlag: Blanvalet
Seiten: 288
ISBN: 376450417X
Preis: 14,99 € (Broschiert)
Erscheinungsdatum: 23. April 2012
Vorgestern Abend hatte ich dank einer Einladung des Blanvalet-Verlages das Vergnügen, Christoph Koch bei der Präsentation seines Buches in Berlin live zu Erleben. Der Autor von "Ich bin dann mal offline" las verschiedene Episoden seines neuen Selbstversuchs, Sternhagelglücklich zu werde, vor. Beginnend in Indien, wo er an einem Lachyoga-Kurs teilnahm, nahm er uns Zuhörer mit auf eine Reise an die verschiedensten Orte und zeigte auf, wo man das Glück überall suchen und eventuell auch finden kann. Nicht immer ist ihm das selbst gelungen und er suchte sein Glück dann auch schonmal in der Dönerbude nebenan, statt einem spirituellen Seminar zum Thema Glück weiter zu folgen - ich glaube ich hätte in diesem Fall das Glück auch eher im Döner gefunden ...
Wie er selbst erst am Ende der Lesung feststellte, hatte er die eher negativen Erfahrungen rausgepickt, aber allein schon die erwähnte Tatsache, dass man das Glück auch im Hopsen finden kann, macht mich doch sehr neugierig auf das Buch. Es wandert auf jeden Fall auf meine lange Wunschliste und wird dann demnächst irgendwann besorgt und gelesen. Und auch wenn ich bisher nur die paar vorgetragenen Ausschnitte kenne, kann ich sagen, dass es sehr amüsant, informativ und auf jeden Fall lesenswert ist. Also lest es und findet euer eigenes Glück! :)
Titel: Sternhagelglücklich
Autor: Christoph Koch
Verlag: Blanvalet
Seiten: 288
ISBN: 376450417X
Preis: 14,99 € (Broschiert)
Erscheinungsdatum: 23. April 2012
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Lesung
Mittwoch, 2. Mai 2012
LovelyBooks Themenlesen - Das Maithema
Da ich den Tag der Arbeit ganz wörtlich genommen und 13 Stunden gearbeitet habe, gibt es das neue Thema zum LovelyBooks-Themenlesen diesmal etwas verspätet. Letzten Monat habe ich das Thema ja mal wieder sträflich vernachlässigt, aber ich habe auch allgemein nicht so viel gelesen in den letzten Tagen. Aber ok, um was geht es diesen Monat?
Lies ein Buch, das etwas mit Sommer oder Sonne zu tun hat!
Sei es nun eine Sonne auf dem Cover, ein sommerlicher Titel oder einfach nur allgemein sommerliche Stimmung ... vieles ist möglich, also auf zu meinem SUB und einmal stöbern:
- "Dark Angels' Summer" von Tabita Lee Spencer
- "Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater
- "Wo das Glück wohnt" von Jane Davis
- "Und in mir der unbesiegbare Sommer" von Ruta Sepetys
- "Stimmen aus Glas" von Francesca Marciano
- "Der Duft des Mangobaums" von Jan Winter
Da "Und in mir der unbesiegbare Sommer" nun schon einige Male auf der Liste stand, wird es endlich einmal Zeit das zu lesen. Da werde ich also anfangen ... und mal sehen, wie es dann weitergeht. :)
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Challenge,
Themenlesen
Dienstag, 24. April 2012
Thomas Feibel - "I bet you'll die"
"I bet you'll die"
von Thomas Feibel
Verlag: Sauerländer
Seiten: 222
ISBN: 3411810513
Preis: 12,99 € (Softcover)
Erscheinungsdatum: 1. Februar 2012
In einem Satz:
Was will mir das Buch nun eigentlich sagen?
Inhalt:
In der Playzone, einem neuen Staat irgendwo in Südostasien, gehört spielen und wetten zum Alltag, wie bei uns die Luft zum Atmen. Ruhe gibt es nur in der Motherzone, wo fast alle Frauen hinflüchten. So auch Ruth mit ihrer gerade geborenen Tochter Soni. Doch Soni ist eine geborene Spielerin und so zieht es sie bald in die Playzone zurück, wo sie ihr Talent voll und ganz ausleben kann.
Meine Meinung:
Die Idee eines Staates, in dem immer und überall gespielt und gewettet wird, fand ich faszinierend und ich frage mich noch immer, ob so etwas funktionieren würde. Schon auf den ersten Seiten dieses Buches wird klar gemacht, das wir eigentlich schon wunderbar darauf zu steuern - man muss nur mal die Fernsehprogramme mit den dauernden Gewinnspielen zwischendurch betrachten.
Die Geschichte des Buches spielt in einem solchen "Spielstaat", genannt Playzone, und Soni wird in diese Welt hineingeboren, mit allen Talenten, die man als eine gute Spielerin braucht. Da ihre Mutter aber nicht will, dass sie eine Spielerin wird, zieht sie mit ihr in die "Motherzone", einem Staat im Staat, der alle Art von Spielen verbietet. Gegensätzlicher könnten die beiden Welten eigentlich nicht sein. Die eine bunt, leuchtend und zumindest nach außen hin voller Möglichkeiten, die andere hingegen trist, ohne Spiele und ohne Vergnügen. Dass es da zu Reibereien kommt, ist fast schon selbsterklärend und auch dass Soni zwischen die Fronten gerät, steht bald fest.
Der Autor erzählt Sonis Geschichte von ganz vorne, allerdings mit riesigen Lücken, sodass mir nicht immer ganz klar war, wie alt sie nun eigentlich ist. Meist stellte sich das aber eh als unwichtig heraus, da die jeweiligen Episoden teils nicht länger als zwei Seiten sind. Dazwischen erfährt man immer wieder mehr über die Playzone, bzw. deren politische Verwicklungen, indem man dem Staatschef, dem Sicherheitschef, Sonis Mutter oder irgendeinem Anderen über die Schulter schaut. Diese vielen, meist nur sehr kurzen Blickwechsel machten es mir sehr schwer, mich in das Buch einzufinden. In einem Buch mit 600 Seiten und langen Kapiteln lockern unterschiedliche Sichtweisen auf, aber auf gut 200 Seiten fehlt den einzelnen Geschichten dann einfach die Tiefe und ich konnte weder Sympathien noch Apathien entwickeln.
Auch die extreme Schwarz-Weiß-Malerei trug nicht gerade zum Verständnis bei. Fast alle Männer sind unverbesserliche Spieler, die Haus und Hof verzocken und in der Motherzone leben fast alle Frauen, die natürlich dem Zocken überhaupt nichts abgewinnen können und als besserwisserische Öko-Zicken dargestellt werden. Nein, man verbietet da nicht nur das Spielen, sondern auch alle andere Art von Freude und Männer werden nur als Samenspender "abgemolken" (Herrn Feibels Wortwahl, nicht meine) und fertig. Hallo? So schlecht sind wir Frauen nun auch nicht, genauso wenig, wie alle Männer nur unverbesserliche Spieler sind.
Auf den ersten Seiten dachte ich noch, dass das eine wirklich gute Story wird und ich das Buch sicher schnell durchgelesen habe, aber leider war für mich sehr schnell die Luft raus. Mir wurde alles zu politisch (vor allem für ein Jugendbuch), zu undurchsichtig und zu einseitig. Ich habe bis zur letzten Seite auf den Knackpunkt gewartet, der mir verrät, warum es nun eigentlich so wichtig (oder unterhaltsam) ist, Sonis Geschichte zu erzählen und auch die Moral von der Geschichte habe ich irgendwie vermisst. Das Ende war einfach nur Sang und klanglos und ich habe mich ernsthaft gefragt, ob bei meinem Buch vielleicht ein paar Seiten in der Bindung vergessen wurden. Schade eigentlich, denn aus dem Aufhänger hätte man mehr machen können.
von Thomas Feibel
Verlag: Sauerländer
Seiten: 222
ISBN: 3411810513
Preis: 12,99 € (Softcover)
Erscheinungsdatum: 1. Februar 2012
In einem Satz:
Was will mir das Buch nun eigentlich sagen?
Inhalt:
In der Playzone, einem neuen Staat irgendwo in Südostasien, gehört spielen und wetten zum Alltag, wie bei uns die Luft zum Atmen. Ruhe gibt es nur in der Motherzone, wo fast alle Frauen hinflüchten. So auch Ruth mit ihrer gerade geborenen Tochter Soni. Doch Soni ist eine geborene Spielerin und so zieht es sie bald in die Playzone zurück, wo sie ihr Talent voll und ganz ausleben kann.
Meine Meinung:
Die Idee eines Staates, in dem immer und überall gespielt und gewettet wird, fand ich faszinierend und ich frage mich noch immer, ob so etwas funktionieren würde. Schon auf den ersten Seiten dieses Buches wird klar gemacht, das wir eigentlich schon wunderbar darauf zu steuern - man muss nur mal die Fernsehprogramme mit den dauernden Gewinnspielen zwischendurch betrachten.
Die Geschichte des Buches spielt in einem solchen "Spielstaat", genannt Playzone, und Soni wird in diese Welt hineingeboren, mit allen Talenten, die man als eine gute Spielerin braucht. Da ihre Mutter aber nicht will, dass sie eine Spielerin wird, zieht sie mit ihr in die "Motherzone", einem Staat im Staat, der alle Art von Spielen verbietet. Gegensätzlicher könnten die beiden Welten eigentlich nicht sein. Die eine bunt, leuchtend und zumindest nach außen hin voller Möglichkeiten, die andere hingegen trist, ohne Spiele und ohne Vergnügen. Dass es da zu Reibereien kommt, ist fast schon selbsterklärend und auch dass Soni zwischen die Fronten gerät, steht bald fest.
Der Autor erzählt Sonis Geschichte von ganz vorne, allerdings mit riesigen Lücken, sodass mir nicht immer ganz klar war, wie alt sie nun eigentlich ist. Meist stellte sich das aber eh als unwichtig heraus, da die jeweiligen Episoden teils nicht länger als zwei Seiten sind. Dazwischen erfährt man immer wieder mehr über die Playzone, bzw. deren politische Verwicklungen, indem man dem Staatschef, dem Sicherheitschef, Sonis Mutter oder irgendeinem Anderen über die Schulter schaut. Diese vielen, meist nur sehr kurzen Blickwechsel machten es mir sehr schwer, mich in das Buch einzufinden. In einem Buch mit 600 Seiten und langen Kapiteln lockern unterschiedliche Sichtweisen auf, aber auf gut 200 Seiten fehlt den einzelnen Geschichten dann einfach die Tiefe und ich konnte weder Sympathien noch Apathien entwickeln.
Auch die extreme Schwarz-Weiß-Malerei trug nicht gerade zum Verständnis bei. Fast alle Männer sind unverbesserliche Spieler, die Haus und Hof verzocken und in der Motherzone leben fast alle Frauen, die natürlich dem Zocken überhaupt nichts abgewinnen können und als besserwisserische Öko-Zicken dargestellt werden. Nein, man verbietet da nicht nur das Spielen, sondern auch alle andere Art von Freude und Männer werden nur als Samenspender "abgemolken" (Herrn Feibels Wortwahl, nicht meine) und fertig. Hallo? So schlecht sind wir Frauen nun auch nicht, genauso wenig, wie alle Männer nur unverbesserliche Spieler sind.
Auf den ersten Seiten dachte ich noch, dass das eine wirklich gute Story wird und ich das Buch sicher schnell durchgelesen habe, aber leider war für mich sehr schnell die Luft raus. Mir wurde alles zu politisch (vor allem für ein Jugendbuch), zu undurchsichtig und zu einseitig. Ich habe bis zur letzten Seite auf den Knackpunkt gewartet, der mir verrät, warum es nun eigentlich so wichtig (oder unterhaltsam) ist, Sonis Geschichte zu erzählen und auch die Moral von der Geschichte habe ich irgendwie vermisst. Das Ende war einfach nur Sang und klanglos und ich habe mich ernsthaft gefragt, ob bei meinem Buch vielleicht ein paar Seiten in der Bindung vergessen wurden. Schade eigentlich, denn aus dem Aufhänger hätte man mehr machen können.
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