Mittwoch, 10. April 2013

Dagmar von Cramm - "Das grüne nicht nur vegetarische Kochbuch"


























Das grüne Kochbuch ist das neue Standardwerk für alle, die gern mit frischen, saisonalen Produkten aus der Region kochen. Im Serviceteil erklärt Ernährungsspezialistin Dagmar von Cramm, was beim Einkauf wichtig ist und wie man dabei seine persönliche Öko-Bilanz verbessern kann. Sie stellt unbekanntere Zutaten wie Topinambur, Pastinaken oder Schwarzwurzeln vor und zeigt, wie sie schonend und energiesparend zubereitet werden. Danach geht es um Genuss pur! Über 250 leckere Rezepte verführen zum Sofort-Loskochen: einfache und schnelle, aber auch mal besondere, um Familie und Gäste zu verwöhnen. Wichtig ist auch, dass möglichst nichts im Abfall landet: So wird aus Radieschenblättern ein feines Süppchen und aus einem gekochten Huhn nicht nur eine leckere Hühnersuppe, sondern am nächsten Tag ein Grünes Frikassee. Viele zusätzliche Tipps zeigen, wie jeder im Alltag seinen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Natur leisten kann. Denn oft sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen. (Quelle: amazon.de)







Die Inhaltsbeschreibung dieses Buches hat mich sehr gelockt und ich hatte mir erhofft, viele Geheimtipps zur Weiterverwendung einzelner Zutaten zu bekommen, aber leider wurde dieses Versprechen nicht so ganz gehalten. Einige Rezepte habe ich mittlerweile natürlich nachgekocht, um herauszufinden, ob sie funktionieren und vor allem auch schmecken. Das ist wohl auch ein Grund, warum ich mich lange um diese Rezension gedrückt habe. Ich wollte gerne erst noch mehr Rezepte ausprobieren und nicht vorschnell urteilen, aber irgendwie locken mich die meisten nicht so, wie ich es mir erhofft hatte.

Das Buch ist in vier Teile eingeteilt, die sich nach den Jahreszeiten richten, denn saisonales Kochen soll von nun an auf dem Plan stehen. Sehr gut finde ich dabei auch, dass am Anfang jeder neuen Jahreszeit die saisonalen Produkte aufgelistet werden und es noch ein paar Einstiegstipps gibt, was man in dieser Jahreszeit am besten machen sollte. Insgesamt war mir dieser Anteil aber viel zu knapp bemessen und zu allgemein gehalten. Viele Informationen waren nicht neu für mich, sodass ich wenig überrascht wurde. Ein Zutatenregister am Ende des Buches hilft außerdem dabei, schnell Rezepte zu einem bestimmten Lebensmittel zu finden, dass man gerade noch mit aufbrauchen möchte.

Die einzelnen Rezepte sehen allesamt erstmal sehr lecker aus und machen Lust zum Nachkochen, beim genaueren Durchblättern merkt man aber bald, dass auch hier viel Grundlegendes durchgenommen wird (z.B. wie man Stampfkartoffeln macht) und man fragt sich bald, ob das Buch vielleicht eher für Kochanfänger sein soll. Dagegen spricht jedoch, dass zumindest in den von mir nachgekochten Rezepten Fehler enthalten sind, die einen Kochanfänger in den Wahnsinn treiben können. Gewürzt habe ich immer nach eigener Erfahrung, da selten etwas Derartiges erwähnt wird und auch die Zugabe von Flüssigkeit zum Kochen von Gemüse oder Ähnlichem ist oft so knapp bemessen, dass mir eher alles angebrannt wäre, wenn ich mich immer daran gehalten hätte. Hier ist also Erfahrung gefragt, damit die Rezepte kein Reinfall werden.

Ein anderer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass ich am Ende oft mit Resten dastand, mit denen ich nichts anfangen konnte. Da ich meist für 2 Personen koche, verarbeite ich keinen ganzen Kürbis oder Wirsing, doch was mache ich mit den Resten, wenn ich nicht das einzige andere Rezept aus dem Buch kochen will, das diese Zutat enthält? Gerade bei doch eher außergewöhnlichen Zutaten wären da mehr Randnotizen hilfreich. Außerdem sind die einzelnen Rezepte meist nur Teile eines ganzen Gerichts und man muss sich alles selbst zusammenschustern, wenn man eine komplette Mahlzeit haben will. Ab und zu gibt es Hinweise, was man zu einer Beilage kombinieren kann, aber meist ist man doch eher auf die eigene Kreativität angewiesen und es macht auch eher weniger Spaß in einem Kochbuch ständig hin und her zu blättern, um eine einzige Mahlzeit auf den Tisch zu zaubern.

Insgesamt bin ich also leider eher nicht so begeistert von diesem Kochbuch. Der Ansatz ist gut und lobenswert, die Ausführung allerdings eher schwach. Zu viele inhaltliche Mängel verderben einem bald die Lust darauf, sich mit diesem Thema weiter zu beschäftigen. Ab und zu werde ich sicher noch das eine oder andere Rezept kochen, aber mein Lieblingskochbuch wird es wohl nicht mehr werden, denn dafür ist es leider zu simpel gestrickt.



Verlag: GU
Seiten: 288
ISBN: 978-3833825262
Preis: 29,99 € (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 8. September 2012


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