Sonntag, 16. Februar 2014

Angela Gerrits - "Frühlingsgewitter"

























Johanna, von allen nur Joe genannt, gerät von einem Tief ins nächste, als sie von ihrem Freund betrogen wird, ihre beste Freundin verliert und sich dann auch noch ihre Eltern trennen. Da kommt der Urlaub in Griechenland gerade gelegen und schon bald hebt der schöne Nikos ihre Stimmung ...







Hals über Kopf stürzt sich Joe in einen Griechenlandurlaub mit ihrer Mutter, die sich gerade von ihrem Vater getrennt hat. Fast zeitgleich hat Joe mit ihrem Freund Schluss gemacht (oder besser gesagt, er mit ihr) und ihre beste Freundin hütet ebenfalls ein bitteres Geheimnis. All das klingt nach viel Stoff für unterhaltsame Lesestunden, allerdings sind knapp 170 Seiten dafür deutlich zu knapp bemessen. Einerseits denke ich, dass mit ein wenig mehr Raum für die einzelnen Handlungen vielleicht doch noch etwas aus der Geschichte hätte werden können, andererseits bin ich aber ganz froh, dass ich es recht schnell durch hatte.

Der Schreibstil der Autorin ist ja ganz in Ordnung und mit kurzen Sätzen navigiert sie die jungen Leser ganz gut durch die Geschichte. Der Aufbau der Geschichte ist aber viel zur durcheinander und oberflächlich, als dass man wirklich mit der Protagonistin mitfühlen könnte. Und um gleich beim Thema Oberflächlichkeit zu bleiben: Nikos ist mit Abstand die schlechteste Figur, die mir in einem Roman je untergekommen ist. Er bietet keinerlei Reibungsfläche, sondern ist einfach nur der aalglatte griechische Schönling - und trieft geradezu vor Schnulzigkeit, wenn er Joe seinen Engel nennt, auf den er schon so lange gewartet hat. Uff, kitschiger kann ein Typ kaum beschrieben sein. Da fällt es schwer, in der Beziehung eine mögliche Zukunft zu sehen, bzw. überhaupt auszumachen, was Joe an ihm so anziehend findet.

Und auch die Art und Weise, wie Joe mit den Erlebnissen umgeht, verliert sich in der Bedeutungslosigkeit. Es wird viel gesagt, wie sie sich angeblich fühlt und dutzende Male wiederholt, was sie denkt. Was fehlt ist ein Handeln, dass ihre Gefühle und ihre Denkweise widerspiegelt. So konnte ich in diesem Buch nicht ein einziges Mal mit der Protagonistin mitfühlen und die Geschichte selbst fühlte sich einfach nur an den Haaren herbeigezogen an.



Verlag: Oetinger
Seiten: 171
ISBN: 978-3841501981
Preis: 8,99 € (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 1. April 2013
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