Samstag, 13. September 2014

HELFT MIT ! - Gemeinsam für Ilona und andere
























Mal Hand aufs Herz, ihr Lieben: Wie viele von euch haben John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gelesen? Wie viele von euch haben die Taschentücher nicht aus der Hand legen können und sich gewünscht, das Unweigerliche irgendwie aufhalten zu können? Wie oft bewegt das Thema Krebs in der Literatur und immer schwebt dieser Schatten der Unbesiegbarkeit über diesem Thema?! Doch nicht immer ist es so Hoffnungslos - manchmal kann man etwas tun, wenn man sich traut!

Und so brachte der Postbote gestern bei mir ausnahmsweise einmal keine neuen Bücher, sondern ein unscheinbares Kuvert mit ein paar Infoblättern, einem Rückumschlag und zwei Wattestäbchen. Und nun heißt es nun auch bei mir:

MUND AUF GEGEN BLUTKREBS!



Die Plakate der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) hängen ja zur Zeit fast überall, aber wirklich informiert war ich nicht. Und wie es halt so ist: man braucht immer erst einen persönlichen Auslöser, bis man mal den Hintern bewegt und zur Tat schreitet. Bei mir war es eine Facebooknachricht, dass die Mutter einer Freundin aus meiner Kindheit und Nachbarin meiner Großeltern an Leukämie erkrankt ist. Nur eine Knochenmarkspende eines geeigneten Spenders kann ihr Leben retten. Während mein Heimatdorf ein ganz neues Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelt und allerorts neue Aktionen ins Leben ruft, will ich mich aus der Ferne wenigstens per Post registrieren lassen und auf die Aktion aufmerksam machen. Vielleicht kann ich ja den einen oder anderen von euch dazu bewegen, auch über eine Registrierung nachzudenken?! Die wichtigsten Fragen, die ich hatte, habe ich euch daher einmal kurz zusammengestellt:


1. Wie kann ich mich registrieren lassen?
Die einfachste Art ist wohl, sich einfach das Set zur Selbsttypisierung zusenden zu lassen, das ihr oben auf dem Bild seht. Das bekommt ihr auf der Internetseite von DKMS. Dort bekommt ihr auch noch einmal ausführliche Informationen und dem Set liegt auch noch einmal Informationsmaterial bei. 

2. Was kommt auf mich zu, wenn ich als Spender geeignet sein sollte?
Ehrlich gesagt hatte ich mir das Schlimmer vorgestellt, als es beschrieben wird. Oft reicht eine Art Blutspende, in etwa 20% der Fälle muss aber auch Knochenmark aus dem Hüftknochen entnommen werden. Die Schmerzen scheinen dabei laut Beschreibung nicht allzu groß zu sein (ähnlich denen eines blauen Flecks). Einziges Risiko ist das der Narkose. 

3. Kann ich mich noch umentscheiden, doch nicht zu spenden?
Ja. Man verpflichtet sich zu nichts. Meiner Meinung nach sollte man sich solch eine Registrierung aber vorab schon gut überlegen, denn man verursacht damit Kosten und weckt Hoffnung. Es kann immer wichtige private Gründe geben, es dann doch nicht zu machen, prinzipiell sollte man aber bereit sein, es auf sich zu nehmen. Und immerhin kann man vielleicht einem Menschen das Leben retten!

4. Kostet mich die Registrierung etwas?
Nein! Für den Spender ist die Registrierung vollkommen kostenlos und die eventuelle tatsächliche Spende zahlt die Krankenkasse. ABER! (Und das hatte mich anfänglich verwirrt): Die Registrierung und damit einhergehende Typisierung kostet die DKMS für jede einzelne Person 50 €. Daher sind sie auch dringend auf Spendengelder angewiesen. Auf manchen Seiten klingt das dann immer so, als würde den Spender die Registrierung 50 € kosten, dem ist aber nicht so, Es ist vollkommen kostenlos, es wird lediglich darum gebeten zu Spenden, damit die Kosten getragen werden können.

Damit ist auch jede einzelne Spende wichtig, um die Typisierungen weiter durchführen zu können - und sei sie noch so klein! Das entsprechende Spendenkonto findet ihr auf der Seite der DKMS.



Ilona und viele andere könnten vielleicht gerettet werden, wenn es nur mehr Spender gäbe. Mit jeder Registrierung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die genetischen Merkmale passen. Helft mit! Denkt über eine Registrierung nach, spendet einen kleinen Beitrag oder verbreitet einfach nur diese Aktion ein wenig weiter, sodass andere vielleicht erreicht und bewegt werden! Ich würde mich freuen, wenn ich den einen oder anderen mit diesem Post erreichen kann! Lasst uns nicht nur die Bücher über das Thema lesen! 

Denn das Schicksal verrät nicht nur unsere geliebten Protagonisten, sondern vor allem auch die echten Menschen um uns herum - doch gemeinsam können wir etwas dagegen tun!

Samstag, 23. August 2014

Heather Webber - "Eine zauberhafte Gabe"























Lucy Valentines Familie ist alles andere als normal. Jeder einzelne von ihnen kann die Auren anderer Menschen sehen und so erkennen, wer zusammenpasst - perfekt, wenn man eine Partnervermittlung betreibt. Lucy fällt jedoch aus dem Rahmen, da sie diese Gabe durch einen Unfall verloren hat. Dafür kann sie aber Dinge wiederfinden, die andere für endgültig verloren hielten und damit kann sie nun sogar der Polizei helfen, einen lange ungeklärten Vermisstenfall aufzuklären.


Eigentlich braucht dieses Buch einen fetten Aufdruck auf dem Cover: ACHTUNG! Zweiter Teil einer Reihe! - oder wenigstens einen dezenten Hinweis durch einen Reihentitel. Irgendetwas halt. Leider gibt es nichts dergleichen und ich erfuhr nur mitten im Lesen davon und fand dann später in der Autorenbeschreibung im Inneren des Buches einen winzigen Satz dazu. Schade, denn das verhagelt einem doch beim Lesen schon ganz schön die Stimmung.

Gleich in den ersten Kapiteln wird man mit einem guten Dutzend Personen konfrontiert, die zwar ganz kurz angerissen, aber nicht genauer erklärt werden. Ein Haufen Kerle mit teilweise ähnlichen Namen und jedemenge Spitznamen der Protagonisten untereinander. Dazu gleich ein hübsches Bündel Handlungsstränge, die teilweise wie aus der Luft gegriffen waren. Hilfe! Mir schwirrte nach wenigen Seiten der Kopf! Klar, kennt man den ersten Teil, dann kennt man auch die Personen bereits und ein Teil der Handlungsstränge wurden anscheinend aus dem vorherigen Band weitergeführt. Denkt man aber, es handle sich um einen Einzelband, kommt man extrem ins schleudern und ist mehr als ratlos.

Dennoch hat es mir gefallen, dass die Handlung sich nicht an einem einzigen Faden festbeißt, sondern immer wieder neue Dinge mit einstreut. Dass Lucy aber gleichzeitig an mehreren Fällen arbeitet (was ja eigentlich nur realistisch ist), macht es manchmal auch etwas verwirrend, einzuordnen, was nun wohin gehört. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass ich mit den Hauptfiguren schon Probleme hatte, sie auseinander zu halten. Die vielen Nebenpersonen aus den Fällen hatten dann einfach keinen Platz mehr in meinem imaginären Portfolio. Da gab's dann nur noch die Kategorie "gehört zu einem Fall" - zu welchem wird sich dann schon ergeben. Ich nehme an, dass das auch ein wenig besser geht, wenn man schon im vorherigen Band Zeit hatte, die Hauptpersonen näher kennenzulernen.

Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, weshalb das Buch auch noch die hohe Punktzahl abgreift, obwohl ich so oft ins Schleudern kam. Heather Webber hat eine sehr anschauliche und natürliche Sprache gewählt, sodass auch die Gespräche der Personen untereinander immer natürlich wirkten. Manchmal sogar etwas zu natürlich, denn wie im wahren Leben kommen die Protagonisten dann auch einmal für ein paar Zeilen vom Thema ab, was ich witzig fand, aber manchmal auch ein wenig ermüdend. Was mich allerdings sehr gestört hat, war die Beschreibung der Personen. Jeder einzelne, wirklich jeder, sieht ausnahmslos umwerfend aus. In Lucys Welt scheint es keine unattraktiven Menschen zu geben und ich fand es absolut erstaunlich, dass sie die Attraktivität der ihr begegnenden Menschen noch als außergewöhnlich hervorheben konnte - immerhin konnte man den Satz bei jeder neu eingeführten Person lesen. Das wird dann doch irgendwie langweilig.

Ich kann "Eine Zauberhafte Gabe" absolut weiterempfehlen. Der Schreibstil ist, abgesehen von den Personenbeschreibungen, großartig und die Geschichte ist gleichzeitig spannend und gefühlvoll. Allerdings sollte man das Buch nicht als Einzelband lesen, sondern sich vorher den ersten Teil "Im Auftrag der Liebe" vornehmen.


Verlag: Goldmann
Seiten: 320
ISBN: 978-3442479856
Preis: 8,99 € (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2014
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Mittwoch, 20. August 2014

Sarah Lotz - "Die Drei"










An einem einzigen Tag, später als "Schwarzer Donnerstag" bezeichnet, stürzen innerhalb weniger Stunden weltweit vier Flugzeuge ab. Aus den Trümmern, die eigentlich keine Überlebenden zulassen dürften werden drei Kinder geborgen und es entsteht eine weltweite Hysterie um die Unwahrscheinlichkeit dieses Ereignisses. Die Kinder scheinen nicht normal zu sein und werden sowohl für Außerirdische als auch für Boten Gottes oder gar die Apokalypse gehalten. Es entstehen religiöse Gruppierungen und Paparazzi folgen den Kindern und ihren Angehörigen auf Schritt und Tritt, um herauszufinden, was hinter ihrem Überleben steckt.





Ein Buch im Buch - das ist es, was man hier als erstes geboten bekommt. Die fiktive Reporterin Elspeth Martins fasst alle Ereignisse rund um den "Schwarzen Donnerstag" in diesem Buch zusammen. Nur wenige Seiten zu Beginn und am Ende beschreiben die Geschichte außerhalb des Buches. Nun, das kann im Grunde eine ziemlich interessante Sichtweise sein, ist es doch wie eine Art Sachbuch über ein Ereignis gehalten, dass von der Autorin (also der echten, nicht der fiktiven) nur ausgedacht wurde. Allerdings macht es das Lesen um einiges anstrengender als bei einem Roman, der einfach eine Geschichte erzählt und immer wieder dachte ich mir, dass hier und dort ein paar Kürzungen der Geschichte ganz gut getan hätten.

Bevor ich mich aber anfange, Dinge aufzuzählen, die mir nicht so zusagten, muss ich erst einmal meinen imaginären Hut vor der Autorin ziehen. Die detailreiche Ausarbeitung der Handlung und der einzelnen Figuren sowie der grandiose Schreibstil lassen den Leser schnell vergessen, dass alles nur erfunden ist. Viele aneinandergereihte Berichte oder Mitschriften erschaffen eine Atmosphäre, als ob man etwas aufdeckt und man liest allein aus dem Grund weiter, dass man endlich wissen will, was es mit den Kindern nun auf sich hat. Irgendetwas muss ja geschehen sein, was Elsbeth dazu veranlasst hat, die Einzelteile in ihrem Buch zusammen zu fassen. Die einzelnen Berichte sind dabei nicht immer abgeschlossen, sodass innerhalb des Zeitverlaufs immer wieder alte Stränge aufgegriffen werden. Es entsteht also durchaus so etwas wie eine durchgehende Handlung, aber erzählt aus vielen verschiedenen Sichtweisen und immer wieder gespickt mit Nebeninformationen.

Leider verläuft sich die Geschichte aber meiner Meinung nach zu sehr. Es wird dauerhaft eine gruselige Stimmung erzeugt. Man spürt, dass da etwas im Busch ist und man will unbedingt hinter das Geheimnis kommen, aber man muss dafür auch ziemlich viel Unwichtiges über sich ergehen lassen. Viele Berichte von Augenzeugen wiederholen sich und oft wird viel zu weit ausgeholt, nur um an einen einzigen Fakt zu kommen. Schlimmstes Beispiel ist wohl ein Autopsiebericht, der komplett abgedruckt wird, aber am Ende weiß man nur, dass nichts außergewöhnliches gefunden wurde. Gut, das war eine durchaus wichtige Information, aber warum muss man sich dafür den ganzen Bericht durchlesen? Eine Bemerkung am Rande hätte es wohl auch getan.

Am deprimierensten fand ich aber, dass man trotz der vielen Arbeit am Ende nicht viel schlauer ist als vorher. So wird natürlich die Spannung für den zweiten Teil erzeugt, den es laut Verlag geben soll. Wenn der dann als durchgängige Geschichte geschrieben ist, werde ich wahrscheinlich weiterlesen, denn wirklich viel konnte man diesem Teil ja noch nicht entlocken. Sollte jedoch wieder so eine arbeitsintensive Aneinanderreihung von Berichten auf den Leser warten, und am Ende so wenig Ergebnis stehen, dann müsste ich das aber nicht unbedingt noch einmal haben.


Verlag: Goldmann
Seiten: 512
ISBN: 978-3442313716
Preis: 14,99 € (Paperback)
Erscheinungsdatum: 11. August 2014
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Dienstag, 19. August 2014

Muriel Barbery - "Die Eleganz des Igels"
























Seit vielen Jahren ist Madame Michel Concierge in einem Pariser Wohnhaus reicher Leute. Nach außen gibt sie sich alle Mühe, unscheinbar zu wirken, versteckt sich in ihrer Loge und hat kaum Freunde. In ihrem Inneren tobt jedoch der Geist einer intelligenten Frau mit einer Vorliebe für hohe Literatur, korrekte Sprache und tiefsinnige Gedanken. Ein paar Etagen über ihr, in einer der teuren Behausungen, lebt ein kleines Mädchen, das ebenfalls unterschätzt wird und dank der Sinnlosigkeit ihres Daseins mit dem Gedanken an Selbstmord spielt.





Mir persönlich fällt es schwer, zusammenzufassen, um was es in diesem Buch geht, da sich viel geredet wird, aber nicht viel passiert, was man vorab verraten könnte. Madame Michel steht im Mittelpunkt der Geschichte und erzählt, was in ihrem Haus so vor sich geht und was sie selbst darüber denkt. Sehr schnell begreift man, dass sie für eine Concierge eigentlich viel zu intelligent ist und es ist amüsant zu lesen, wie sie diese Intelligenz vor den anderen Bewohnern des Hauses zu verbergen versucht. Sonderlich schwer ist das nicht, denn wie die meisten Reichen haben auch die Bewohner dieses Hauses keinen zweiten Blick für eine Concierge übrig - alle, bis auf eine. Die elfjähriges Paloma hat ihre eigene Sicht auf die Welt und teilt diese alle paar Kapitel im Rahmen ihrer "Tiefgründigen Gedanken" dem Leser mit.

Die Geschichte um Madame Michel hat mir von Anfang an gut gefallen, allerdings konnte ich mit den "Tiefgründigen Gedanken" der Kleinen nicht viel anfangen. Oft wirkte sie mir zu altklug und philosophierte für meinen Geschmack zu weit von der Story weg. Auch zur allgemeinen Handlung trug ihr Erzählfaden nicht wirklich bei und erst ziemlich spät finden die beiden Protagonistinnen zusammen. Zu spät, meiner Meinung nach, denn die meiste Zeit des Buches habe ich eigentlich nur darauf gewartet, dass nun endlich der Punkt kommt, an dem das ganze Gerede zusammengeführt wird.

Was als absolut herausragend zu beschreiben ist, ist der Schreibstil, denn der macht das Buch auch dann mit jeder einzelnen Seite lesenswert, wenn inhaltlich noch nicht allzuviel passiert. Jeder einzelne Satz ist perfekt formuliert, was er aber auch sein muss, immerhin ist Madame Michel solch ein Fan der korrekten Grammatik und präzisen Ausdrucksweise. Hut ab, vor solch einer Sprache! Alleine dafür lohnt es sich schon, dieses Buch zu lesen. Und selbst wenn die Lektüre manchmal nicht die leichteste ist, lohnt es sich, bis zum Ende durchzuhalten, denn da wird man wirklich überrascht!


Verlag: dtv
Seiten: 384
ISBN: 978-3423138147
Preis: 9,90 € (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2009
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Donnerstag, 14. August 2014

Helen Fielding - "Bridget Jones - Verrückt nach ihm"























Bridget Jones ist Zurück! 51 Jahre alt, mit zwei kleinen Kindern und alleinerziehend. Doch wo ist Mr. Darcy? In Rückblicken erzählt Bridget in gewohnter Tagebuch-Form, wie sie zur Witwe wurde und wie sie damit (nicht) zurechtkommt. Doch die Zeit der Trauer soll nun der Vergangenheit angehören und so wirft sich Bridget erneut in Dating- und Liebesabenteuer und zieht sich einen Toyboy an Land, den sie irgendwie mit ihrer Verantwortung als Mutter unter einen Hut bringen muss.





Turbulent, witzig, verrückt und schusselig. So kennen wir Bridget und so lieben wir sie. Zum Glück hat sich daran auch jenseits der 50 bei ihr nichts geändert und Helen Fielding lässt sie wie gewohnt von einem Fettnäpfchen ins nächste stapfen. Es ist amüsant und es ist unterhaltsam - und doch hat mir als Leser etwas gefehlt. Wo ist die Weiterentwicklung einer Figur, die sich in gefühlten 15 Jahren einigen Herausforderungen stellen musste und auch eine Familie gegründet hat?

Wie gewohnt ist das Buch in Form eines Tagebuchs geschrieben, allerdings zeitlich nicht unbedingt geradlinig, was dann wieder die Tagebuch-Form seltsam erscheinen lässt. Anfangs wird man ins aktuelle Geschehen eingeführt, in Bridgets leben, wie es jetzt ist: Über 50, alleinerziehende Mutter zweier zauberhafter aber natürlich auch anstrengender Kinder, versuchsweise Autorin eines Drehbuchs und (wie könnte es anders sein) einsamer Single. Mr. Darcy ist nicht da und es wird lange verschwiegen, was denn nun geschehen ist.

Dann gibt es einen Zeitsprung in die Vergangenheit, um aufzuholen, was wir Leser verpasst haben. Nun erfährt man auch (es ist wohl schon lange kein Geheimnis mehr), dass Mr. Darcy tot ist. Wie es dazu kam dürft ihr aber selbst nachlesen. Erst etwa ab der Hälfte des Buches geht es dann wieder in der Gegenwart weiter - und das mit den Anekdoten, die wir alle schon zur Genüge kennen. Auch wenn sich die Rahmenbedingungen (Kinder!) etwas geändert haben, ist Bridget noch immer zu einhundert Prozent die gleiche. Keine Weiterentwicklung ist erkennbar und keine Veränderung im Verhalten. Entsprechend konnte ich sie auch nur schwer als 50jährige vor mir sehen und auch die noch sehr jungen Kinder passen kaum ins Bild (sie muss sie erst mit weit über 40 bekommen haben).

Die Story wirkt also nur notdürftig zusammengeschustert. Es hätte viele Möglichkeiten gegeben, eine reifere Bridget zu zeigen und trotzdem witzige Szenen zu schreiben. Schusselig soll sie ja bleiben, aber ich hätte mir in diesem Buch dann doch mehr Szenen außerhalb des üblichen Dating-Gelages gewünscht. Unterhalten wurde ich trotzdem blendend. Ich bin einfach ein absoluter Fan der pointierten, britischen Art der Autorin. So ziemlich jede Szene lässt einen Schmunzeln oder manchmal auch mit dem Kopf schütteln. Und so kann auch ein eigentlich warmer Aufguss einer schon bekannten Story trotzdem noch sehr, sehr unterhaltsam und kurzweilig sein.


Verlag: Goldmann
Seiten: 512
ISBN: 978-3442480135
Preis: 14,99 € (Klappbroschur)
Erscheinungsdatum: 17. März 2014
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