Donnerstag, 16. Februar 2012

Harald Rosenløw Eeg - "Caulfield"

Titel: "Caulfield"
Autor: Harald Rosenløw Eeg
Verlag: Gerstenberg
Seiten: 224 
ISBN: 383695429X
Preis: 14,95 € (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 23. Januar 2012












In einem Satz:
Ein Jugendthriller, wie er besser nicht erdacht werden könnte, der Spannung erzeugt und auch zum Nachdenken anregt. 

Inhalt:
Klaus zieht mit seiner Mutter nach Oslo. Eine neue Schule, neue Freunde und jede Menge neue Probleme warten dort auf ihn. Noch bevor es für ihn zur ersten Stunde geläutet hat, muss er schon den Tod eines neuen Mitschülers erleben und gelangt in Besitz seines Tagebuchs. Viele Hinweise deuten darauf hin, dass ein gewisser "Caulfield" etwas damit zu tun hat, doch je mehr er sich der Lösung zu nähern scheint, desto seltsamer verhalten sich die Menschen um ihn herum ...


Meine Meinung: 
Mit "Caulfield" hat Harald Rosenløw Eeg einen mitreißenden Thriller geschaffen, der den Leser von den ersten Seiten an fesselt. Man landet mit Klaus im neuen Haus und in der neuen Schule und erlebt seine Ängste und Sorgen aus nächster Nähe mit. Werden die anderen Mitschüler akzeptieren? Wird er Freunde finden? Doch ehe sich diese Fragen aufklären, steckt Klaus schon mittendrin in knietiefen Problemen: Ein Junge aus seiner Schule sucht Hilfe und ist kurz darauf tot - und Klaus war der Letzte, der mit ihm gesprochen hat. Nun hat er sein digitales Tagebuch, zu dem ihm das Passwort "Caulfield" Zugang verschafft. Wem soll er davon erzählen? Wem kann er vertrauen? Und wer ist Caulfield?

An mehreren Orten begegnet er "Caulfield" immer wieder. Der Hund eines Lehrers trägt diesen Namen und andere Schüler scheinen ebenfalls jemanden namens Caulfield zu kennen, doch niemand will darüber reden. Und so wird Klaus in einen Strudel aus dunklen Geheimnissen und Intrigen gezogen und weiß bald nicht mehr, wem er noch glauben soll. Für mich war das Ende alles andere als klar. Immer wieder kamen neue Wendungen in die Geschichte und man wird die meiste Zeit ziemlich im Dunkeln gehalten, was mir sehr gefallen hat. Ich mag es nicht, wenn man als Leser schon am Anfang die Lösung hat und den Protagonisten nur noch gegen eindeutige Wände laufen sieht. Hier rennt man hingegen einfach gegen die gleichen Wände und stellt sich die gleichen Fragen, was Klaus äußerst glaubwürdig erscheinen lässt.

Klaus ist aber auch glaubhaft, da er sich wie ein typischer Jugendlicher verhält. Von der Natur nicht unbedingt nur mit Vorzügen beschenkt, ist er immer wieder mit sich selbst am Hadern. Er kritisiert sein Äußeres und ist unsicher, wie andere wohl auf ihn reagieren oder warum sie es auf die eine oder andere Weise tun. Und er ist beeinflussbar, wie es ein unsicherer Junge nun einmal ist. Er handelt nicht immer richtig und vertraut Personen, vor denen ihn seine Mutter wohl eher gewarnt hätte, aber man kann als Leser gut verstehen, warum er so handelt.

Etwas gestört hat es mich anfangs, dass er von seiner Mutter als "Mama" erzählt. Das lässt ihn sehr kindlich erscheinen und ich musste mich später erst einmal komplett neu einstellen, als ich merkte, dass er doch eindeutig keine 11 oder 12 mehr ist. Wenn ich eine Altersempfehlung aussprechen sollte, dann würde ich sagen, keinesfalls unter 14. Ich neige dazu, die Jugendlichen zu unterschätzen und der Verlag setzt es ab 14 an. Ich persönlich würde nicht darunter gehen, eher noch ein oder zwei Jahre warten, bis das vollständige Verständnis für die Handlung da ist. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass dieses Buch alles andere als nur ein Jugendbuch ist. Auch Erwachsene dürfen sich gerne von Harald Rosenløw Eeg in diesen Sog hineinziehen lassen.


  

Kommentare:

  1. Hallo fireez,

    hat die Geschichte auch etwas mit einem/dem Teufel zu tun möglicherweise?

    Ich frage deshalb weil auf dem Cover die Zahl 66(666 soll die Bedeutung für den Teufel sein) steht.

    LG..starone...

    AntwortenLöschen
  2. Tatsächlich habe ich mich genau das auch gefragt, als ich das Cover das erste mal sah. Aber die 66 ist einfach nur eine Schließfachnummer. Sie ist auch am oberen Rand der Fächer nochmal zu sehen. Mich würde es aber nicht wundern, wenn der Autor diese Schließfachnummer mit Hintergedanken an die teuflische Zahl gewählt hätte.

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Fireez,

    ja, denn man findet das zur Zeit bei einigen Büchern...Mein böses Herz.. von Wulf Dorn, nehme ich da gerne als her als aktuelles Beispiel, kennst du sicherlich auch schon oder?

    AntwortenLöschen