Dienstag, 10. September 2013

Anna Carey - "Eve & Caleb - Wo Licht war"

























Nachdem eine Seuche den Großteil der Menschheit ausgelöscht hat, lebt Eve in einer reinen Mädchenschule. Männer sind böse, sagt man ihnen dort und die Welt außerhalb der Schule ist gefährlich. Und so dreht sich für Eve und ihre Mitschüler alles um ihre Schule und die Aussicht auf eine gute Berufsausbildung danach. An ihrem Abschlusstag soll Eve als Beste ihres Jahrgangs geehrt werden, doch als sie einen Tag davor erfährt, was die Berufsschule wirklich ist, ergreift sie mitten in der Nacht die Flucht. Draußen begegnet sie nicht nur ihrer ehemaligen Mitschülerin Arden, sondern auch den ersten Männern ihres Lebens. Und obwohl sie vor allem Caleb anfangs noch misstrauisch gegenübersteht, muss sie sich bald eingestehen, dass wohl nicht alle Männer so schlecht sind, wie es ihnen erzählt wurde.







Ich habe mit dem Lesen von "Eve & Caleb" extra gewartet, bis ich wirklich Lust auf ein wenig Gefühlsduselei hatte, denn genau das versprach dieser Roman zu werden: sehr gefühlslastig und wahrscheinlich auch etwas kitschig. Vielleicht war ich nun wirklich einfach nur exakt in der richtigen Stimmung dafür, aber so kitschig fand ich es zum Glück gar nicht. Die Liebesgeschichte steht bei dieser Dystopie im Vordergrund, das ist klar. Gesellschaftliche Kritik wird zwar auch angerissen, bleibt aber doch etwas vage. Aber nichts anderes wird man nach Cover und Klappentext erwarten, daher ist das so schon in Ordnung.

Positiv überrascht hat mich der Schreibstil, der bildhaft genug ist, um die einzelnen Szenen vor dem inneren Auge zum Leben zu erwecken, aber trotzdem nicht zu weit ausschweift. Im Gegenteil, an manchen Stellen hätte ich mir eher noch gewünscht, dass sich die Autorin noch etwas mehr Zeit genommen hätte, um einzelne Szenen miteinander zu verbinden.

Zum Glück haben sich Eve und Caleb nicht einfach so Hals über Kopf ineinander verliebt. Ich bin nicht so der Fan von "Liebe auf den ersten Blick Geschichten" und fand es daher gut und passend, dass sich die beiden nur langsam annähern. Das unausweichliche Zusammenkommen der beiden wird aber auch nicht endlos lang hinausgezögert - genau die richtige Mischung eben.

Wenn ich an dem Roman etwas auszusetzen hätte, dann wäre es die mangelnde Tiefe der konstruierten Welt. Die Rahmenbedingungen wirken ein wenig wie ein übergestülptes Kostüm, das nicht so recht passen mag und trotz einiger (weniger) Erklärungen wirkt die dystopische Umgebung für mich nicht immer wirklich logisch. Wenn man sich aber davon nicht allzu sehr ablenken lässt und den Fokus auf die Beziehung von Eve und Caleb legt, kann man diese Nebensachen aber auch schnell unbeachtet lassen. Die gelegentlichen Rückblicke auf den Ausbruch der Seuche aus Eves Sicht machen dieses Manko schnell wieder weg. Es schafft eine gewisse Atmosphäre, wenn man durch diese Rückblicke immer wieder ein Stück mehr erfährt, wie man sich wohlfühlen mag, wenn um einen herum alles zusammenbricht, während man selbst noch ein kleines Kind ist.

Ich konnte in die Geschichte eintauchen und trotz kleiner Logikfehler einfach davontragen lassen. Daher gibt es von mir auch die volle Punktzahl für eine tolle Liebesgeschichte unter katastrophalen Bedingungen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung im zweiten Teil.




Verlag: Loewe
Seiten: 299
ISBN: 978-3785571033
Preis: 8,95 € (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 16. Januar 2013





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