Donnerstag, 20. Februar 2014

Jessica Shirvington - "Ein Tag, zwei Leben"

























Sabine hat nicht nur ein Leben, sondern gleich zwei. Jeden Tag um Mitternacht wechselt sie von der toughen Rebellin ins Leben der beliebten Highschoolkönigin - und nach 24 Stunden wieder zurück. Ihre beiden Leben sind strikt voneinander getrennt und jeden Tag erlebt sie quasi zwei Mal. Es scheint keinen Ausweg zu geben, bis sich eines Tages die Regeln ändern ...







"Ein Tag, zwei Leben" hat es wirklich geschafft, mich zu überraschen. Ich war mir nicht sicher, wie ich mir das mit den zwei Leben vorstellen sollte und war daher sehr gespannt auf die Geschichte und darauf, wie die Autorin eine solche Idee umgesetzt hat. Darüber hinaus hatte ich aber keine allzu großen Erwartungen an die Geschichte, da bereits dem Klappentext zu entnehmen ist, dass es wohl wieder einmal auf eine Liebesgeschichte hinaus laufen wird. Meine Hoffnung ist dann immer nur, dass es sich am Ende nicht nur darum dreht und dass es nicht allzu kitschig und übertrieben wird. 

Die Überraschung war dann, dass sich die Geschichte wirklich im Wesentlichen um Sabine und ihr Dilemma dreht: Darum, wie sie mit ihren beiden Leben umgeht und welche Probleme das mit sich bringt, aber auch darum, ob ein Leben mehr Wert sein kann, als ein anderes. Überraschend war aber auch, dass das Leben als Highschoolkönigin, wenn man es denn überhaupt so nennen darf, nicht so überspitzt dargestellt ist, wie ich es befürchtet hatte. Auch in diesem Leben herrscht Normalität - nur auf höherem Niveau. Sie ist dort aber nicht das absolute Biest, sondern nur wesentlich beliebter als in ihrem anderen Leben. Alles läuft dort scheinbar glatt und sie hat einen tollen Freund, während sie in ihrem anderen Leben eher eine Außenseiterin ist, aber auch nicht der totale Volltrottel. Es ist also eine ausgewogene Erzählung, ohne Übertreibungen, sodass man der Autorin auch ohne weiteres den Teil mit den zwei Leben abnimmt, ohne es weiter zu hinterfragen.

Sabine ist für mich eine äußerst sympathische Protagonistin, die es mit ihren Gedanken immer wieder erreicht hat, dass ich mit ihr mitfühle oder länger über ihre Situation nachdenke. Natürlich spielt der Schreibstil der Autorin dabei eine entscheidende Rolle. Sie legt eine lockere, aber doch immer sehr treffende Sprache an den Tag, mit der es ihr immer gelingt, den passenden Ton zu treffen. Und so ist auch die aufkeimende Liebesgeschichte vollkommen wirklichkeitsnah und unkitschig geschrieben.

Besonders angenehm fand ich die Wendungen in der Geschichte, die hinter fast jeder Ecke lauern. Immer wieder schaffte es die Autorin, mich zu überraschen und auf einen ganz neuen Pfad zu locken. Irgendwann schlug die Geschichte eine Richtung ein, mit der ich einfach nicht gerechnet hatte und zu der ich jetzt auch nicht mehr verraten möchte. Sicher ist aber, dass das Buch aus viel mehr besteht, als aus der geradlinigen Geschichte, die der Klappentext vermuten lässt. Von mir gibt es in jedem Fall eine klare Lesempfehlung für alle, die auf außergewöhnliche Geschichten und neue Ideen stehen. 


Verlag: cbt
Seiten: 384
ISBN: 978-3570380406
Preis: 8,99 € (Taschenbuch)
Erscheinungsdatum: 13. Januar 2014
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